Stufendiagnostik bei Erschöpfung



Da die Frage heißt: Was ist die Ursache von meiner Erschöpfung, steht am Anfang eine aussagekräftige Diagnostik, um möglichst genau körperliche Ursachen zu erfassen. Nicht alle Tests müssen gleich zu zu Anfang gemacht werden, daher führe ich eine Stufendiagnostik durch:

Stufe 1:

  • Labor: Blutbild, Ferritin (Eisenmangel?), Leberwerte ("Müdigkeit ist der Schmerz der Leber"), Nierenwerte, Entzündungswerte, Schilddrüsenhormone, Fettwerte, Zuckerstoffwechsel, Elektrolyte
  • VNS-Analyse: Mit Hilfe der Herzfrequenzvariabilität können wir schnell einen sehr guten Status Ihres vegetativen Nervensystems erheben. Dieses Verfahren eignet sich auch zur fortwährenden Therapiebegleitung.

Stufe 2:

  • Nitrostress-Diagnostik im Labor
  • Mitochondrien-Parameter: Mit Tests für die ATP-Produktion, der Mitochondrialen Aktivität oder Enzymen wie der M2-PK oder die LDH-Isoenzyme können wir gut sehen, ob Ihre Zellen überhaupt in der Lage sind, Ihrem Körper genügend Energie zur Verfügung zu stellen. 
  • Mineralstoffe mit der OligoScan-Messung. Hierdurch erhalten wir Informationen über den Mineralstoffgehalt in der Zelle.
  • Mikronährstoffe im Blut: bestimmte Vitamine, Conenzym Q10 und Aminosäuren werden gemessen, um gezielt einen evtl. vorhandenen Mangel ausgleichen zu können. Ohne diese Substanzen kann zum einen nicht genug ATP hergestellt werden, zum anderen aber auch z.B. die Produktion der Neurotransmitter unmöglich werden. Ein Ausgleich kann hier rasch Hilfe schaffen.
  • Mikroökologie des Darmes: Der Darm stellt ein riesiges Geflecht von Nervenzellen dar, die in direkter Verbindung zu unserem Gehirn stehen. Daher gibt es auch der Ausdruck "Bauchhirn". Wir alle kennen das, dass wir bei Stress mit Bauch- oder Darmschmerzen reagieren können. Dies kann bis zu Magengeschwüren oder Reizdarm führen. Eine gestörte Darmschleimhautbarriere (ein sogenanntes Leaky-Gut-Syndrom) führt zu einer Entzündungsreaktion im Körper und einer verminderten Aufnahme von Mikronährstoffen. Wichtige Werte sind hier z.B. Alpha-1-Antitrypsin, Zonulin, Calprotectin und sekretorisches Immunglobulin A (sIgA).
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Um Nahrungsmittel zu meiden, die im Darm und im Körper zu einer verstärkten Immunreaktion und Entzündung führen, bieten sich Bluttests auf vom Körper gebildete Abwehrstoffe gegen diese Nahrungsmittel (IgG-Antikörper) an. 

Stufe 3:

  • Neurotransmitter-Bestimmung: Werte wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol geben uns einen sehr guten Aufschluss darüber, in welchem "Drehzahlbereich" sich Ihr innerer Motor bewegt und zeigt auf, wie wir hier therapeutisch eingreifen können.
  • Störungen der Immunabwehr durch Zytokinstatus und Vitamin-D-Ratio
  • Schwermetallbelastung: Toxische Metale (z.B. Aluminium, Blei, Quecksilber) können wichtige Enzyme funktionsunfähig machen oder den Zellstoffwechsel stören, sodass u.a. auch deswegen nicht ausreichend Energie (ATP) hergestellt werden könnte. Die Messung, ob Sie in Ihrem Körper eine Metallbelastung haben zeigt uns, ob eine Ausleitung der Schadmetalle (Chelat-Therapie) erfolgen sollte.

weiterführende Diagnostik:

  • Sexualhormone: Hierbei sind vor allem Östradiol/FSH, Progesteron, Testosteron und DHEA von Bedeutung. Bei Schlafstörungen kann auch die Melatonin-Bestimmung interessant sein.
  • Chronische Infekte: auch Infektionen wie Borreliose, Cytomegalie-Virus oder Epstein-Barr-Virus können den Körper derart beschäftigen, dass kaum mehr Kraft und Energie für andere Funktionen übrig ist. Es kann aber auch sein, dass man zwar erhöhte Antikörper-Titer nachweisen kann, was jedoch auch eher als Folge einer mit der chronischen Müdigkeit einhergehenden immunologischen Schwächung interpretiert wird. Eine Reaktivierung einer Infektion muss also nicht vorliegen und die Infektionserreger können so auch weder die Ursache noch der Auslöser der chronischen Müdigkeit sein. Dennoch sollte man wenigstens daran denken! Je nach Befund erarbeite ich dann eine individuelle Therapie für Sie. Diese beinhaltet in den meisten Fällen die Empfehlung zur Einnahme von hochwertigen Naturstoffpräparaten zum Ausgleich von Mikronähstoffdefiziten, zur gezielten Beeinflussung der Neurotransmittersynthese, zur Förderung der körpereigenen Entgiftungsmechanismen und zum Aufbau eines gesunden Darmmilieus.